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Studiengebühren für ausländische Studierende erhöhen


Zweifelsohne: Bil­dungs­aus­ga­ben sind eine In­ves­ti­tion in die Schwei­zer Zu­kunft, wenn die Stu­die­ren­den nach Ab­schluss Ein­gang in den örtlichen Ar­beits­markt fin­den. Ty­pi­scher­weise ist dies je­doch bei ausländischen Stu­die­ren­den nicht der Fall. Sie ver­las­sen die Schweiz nach Ab­schluss ihrer Studien oft wie­der, womit der Schweiz ein volkswirtschaftli​ches In­ves­ti­ti­ons­de­f​i­zit ver­bleibt.

Artikel für VimentisDialog vom 28. April 2010

Je nach Fakultät und Fach kostet ein Studienjahr zwischen 10‘000 und 100‘000 Franken. In der Schweiz besteht zwischen den Kantonen ein Kostenausgleich. Pro Studierende in Fremdkantonen beteiligt sich der Heimatkanton des Studierenden an den anfallenden Kosten. Dies schafft einen Anreiz für die Bildungsinstitute mittels guten Angeboten und einer hohen Bildungsqualität möglichst viele Studierende an ihr jeweiliges Institut zu locken.

Bei ausländischen Studierenden ist das Gegenteil der Fall. Es besteht kein internationaler Kostenausgleich und die Studienkosten für ausländische Studierende trägt damit die Schweizer Uni oder Fachhochschule und schlussendlich der Steuerzahler. Nur ein Zehntel der effektiven Ausbildungskosten übernimmt der Bund, den Rest tragen die Kantone. Im Ausland sind viele Unis, insbesondere die qualitativ hochstehenden, längst dazu über gegangen, die ausländischen Studierenden stärker an den Ausbildungskosten zu beteiligen. Innerhalb der EU gibt es teilweise unterschiedliche Tarife für in- und ausländische Studierende, insbesondere für Nicht-EU-Ausländer wie die Schweizer.

Angesicht​s von knappen Mitteln und steigenden Bildungskosten muss man sich auch hier  Gedanken machen, wie die Schweizer Hochschullandschaft attraktiv gehalten werden kann ohne massive Mehrkosten. Das Problem ausländischer Studierender ist akut: Die Zahl ausländischer Studierender an in der Schweiz ist zwischen 1997 und 2009 von 12'400 auf 30'500 angestiegen. Die Zunahme ist kontinuierlich stark und eine Stabilisierung ist nicht absehbar. Die NZZaS machte Ende Januar eine Hochrechnung, wonach die ausländischen Studierenden Bildungskosten von 560 Mio. Franken verursachen.

In verschiedenen Nachbarstaaten sind die Unis überfüllt und haben oft ein schlechtes Bildungsniveau. Deshalb zieht es Tausende Studierender ins Ausland – Tendenz zunehmend. Ein Blick nach Österreich zeigt, wie dort die Universitäten mit deutschen und osteuropäischen Studierenden belastet werden. Die Kosten steigen, die Unis platzen aus allen Nähten und das Niveau sinkt. Dieses Szenario droht zunehmend auch der Schweiz.

Die ausländischen Studierenden bezahlen in der Schweiz praktisch die normalen Studiengebühren. Lediglich die Tessiner Uni USI macht einen deutlichen Unterschied. Hier kostet ein Semester für Inländer 4000 Franken und für Ausländer 8000 Franken jährlich. Insbesondere für Deutschland – aber auch für andere Staaten - werden wir weiterhin sehr attraktiv sein als Bildungsstandort, da dort eine höhere Abiturientenquote als in der Schweiz herrscht und die Hörsäle immer überfüllter sind. Auch das hohe Bildungsniveau der Schweiz und das Renommee vieler Schweizer Hochschulen tragen zur Attraktivität der Schweiz bei.

Höhere Studiengebühren für ausländische Studierende bringen einerseits direkt zusätzliche Mittel in die Unis und Fachhochschulen ein, welche zu einer Steigerung der Attraktivität und für eine Verbesserung der Betreuungsverhältniss​e oder für die Forschung eingesetzt werden können. Und wenn weniger ausländische Studierende – dafür qualifiziertere – kommen, so wird der Steuerzahler durch tiefere Bildungskosten auch ganz konkret entlastet.

Angesicht​s des guten Rufs der Schweizer Hochschullandschaft sind die heutigen Studiengebühren geradezu ein Schnäppchen. Es ist falsch, wenn heute Anreize geschaffen werden, die es für ausländische Studierende rein finanziell interessanter machen, in der Schweiz statt im Heimatland zu studieren. Zugegeben besteht international ein Konkurrenzkampf um die besten Master-Studierenden und Doktoranden, welche wertvolle Forschungsarbeit leisten. Aber die Besten lockt man nicht mit tiefen Gebühren, sondern mit herausragenden Rahmenbedingungen und einem hohen Bildungsstandard.




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