Do, 17.05.2007
Jahrgang 8, Nr. 2694
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Steuergesetz: Viele profitieren davon
Das überparteiliche Ja-Komitee zur Vorlage des kantonalen Steuergesetzes vom 24. September zeigte die zahlreichen Profiteure auf, neben der Wirtschaft werden auch Kleinverdiener bevorteilt.

30.08.2006, Niklaus Jung
Die Bürgerlichen äussern sich geschlossen für die Vorlage des st. Gallischen Steuergesetzes, in Uzwil informierten am Dienstag Andreas Zeller (FDP), Karlpeter Trunz (CVP) und Lukas Reimann (SVP). Es werden nicht nur 140 Mio weniger Steuern eingezogen, auch die Lastenverteilung wird neu geordnet. Zwar wird die Wirtschaft aus guten Gründen am meisten bevorteilt, aber auch Familien und Kleinstverdiener kommen besser weg. Das Nein seitens der SP verhindere auch die Besserstellung der Minderbemittelten wurde kritisiert.

Aus dem Regional-Ja-Kommitee informiereten die Kantonsräte Karlpeter Trunz (CVP), Lukas Reimann (SVP) und Andreas Zeller (FDP).
Die 140 Millionen Mindereinnahmen bei den Steuern, die Gemeinden trifft es zu 60 Millionen, werden durch die Goldmillionen aufgefangen und die Hälfte des Gemeindeteils trägt der Kanton.
Wer profitiert?: Die Wirtschaft erhält zwar den Löwenanteil, mit 23 Mio sind aber auch die tieferen Einkommen optimal berücksichtigt.
Seitens der Bürgerlichen ist die Annahme der Gesetzesvorlage unbestritten. Wenn weniger Steuern eingezogen würden, dürften auch die Stimmenden positiv eingestellt sein, informierte Andreas Zeller (FDP) zur Ausgangslage. Wichtig für sie sei aber auch, dass die Veränderungen bei der Belastung der einzelnen Gruppen bekannt werde.

Es sei falsch, wenn die SP behaupte, nur die Reichen würden bevorteilt. Das Gewerbe und die Wirtschaft hätten eine deutliche Verbesserung nötig, eine funktionierende Wirtschaft sichere letztlich auch Arbeitsplätze.

Steigende Steuern seit 2001
Zeller wies weiter darauf hin, dass man zwar auf den Steuerwettbewerb unter den Kantonen reagieren wolle, aber von einem degressiven Steuersystem wie Obwalden habe man klar Abstand genommen. Dass aber Handlungsbedarf bestehe, zeigten die Reaktionen rund um den Kanton St. Gallen auf. Appenzell Innerrhoden und auch Thurgau seien Vorreiter und sorgten für die Gefahr der Abwanderung von Unternehmen, wenn der Steuerfuss auch nicht der entscheidende Auslöser sein müsse.

Der Kanton St. Gallen habe den Steuerfuss gegenüber dem schweizweiten Mittel seit 2001 um 10 Prozent erhöht. Im 2002 habe der Kanton noch auf dem 10. Rang gestanden, im 05 sei der Abstieg auf den 13. Rang die Folge gewesen. Noch schlimmer sehe die Rangierung bei den juristischen Personen aus mit dem 19. Platz.

Viele Gruppen profitieren
Karlpeter Trunz (CVP) zeigte weitergehend auf, dass es keineswegs etwa die Reichen seien, welche vom neuen Gesetz profitierten. Man müsse auch wissen, dass die Schwelle für tiefe Einkommen ohne Steuerabgaben von 2'200 auf neu 9'200 angehoben werde, bei Verheirateten sei die Korrektur von 4'400 auf 18'400. Als Präsident des Hauseigentümerverbandes war Trunz auch die Korrektur bei den Hausbesitzern wichtig. Die Senkung des Eigenmietwertes um 20 Prozent, werde auf neu auf 30 Prozent angehoben, bisher max 3'600 neu max 9'000 Franken, die Entlastung mache rund 8 Prozent aus.

Zu den weiteren Profiteuren gehörten angehende Rentner, die Auszahlung der Pension werde steuerlich entlastet. Die Wirtschaft werde endlich wie in anderen Kantonen vom Halbwertsatzverfahren profitieren. Wenn der Gewinn zwar wie bisher zu 100 Prozent versteuert werde, komme die Dividende nur noch mit 50 Prozent zum Zug. Gesamthaft profitiere die Wirtschaft mit 70 Mio Reduktion oder der Hälfte zwar deutlich, aber die Familien erfahren ebenso eine Reduktion um 23 Prozent.

Goldmillionen werden dosiert eingesetzt
Lukas Reimann (SVP) zeigte auf, wie der Kanton den Steuerausfall finanzieren will. Wenn zwar 140 Mio Steuern wegfallen, resultiere beim Stand 2005 für den Kanton lediglich ein Ausfall von 35 Mio Franken. Von der ursprünglichen Bruttolast bei den Gemeinden von 60 Mio Franken bleibe letztlich ein Rest von 20 Mio übrig. (siehe Aufstellung Finanzierung). Letztlich werde die derzeit optimal laufende Wirtschaft den Fehlbetrag nahezu aufheben. Die Gemeinden profitierten gar längerfristig. Mit der Korrektur des Steuergesetzes komme St. Gallen im Steuerwettbewerb positiv vor Zürich zu liegen.

Reimann wies die Behauptungen der Linken zurück, dass nur Reiche profitierten, eine breite Schicht komme besser weg mit der Neuverteilung der Lasten. Die SP müsse sich im klaren sein, dass ihr Nein auch die Entlastung tiefster Einkommen verhindere, in Zahlen seien 9'000 Personen betroffen. Jedenfalls könne man über die ganze Vorlage sagen, dass dank dosierter Nutzung der Goldmillionen das Loch in der Staatskasse verhindert werde.

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